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Bermel Boeing 707

Bermel Boeing 707

Mit der Bestellung von 4 Boeing 707-430 begann für die Lufthansa 1956/57 das Jet-Zeitalter. Die Flugzeuge wurden 1960 ausgeliefert und im selben Jahr taufte Berlins regierender Oberbürgermeister Willi Brandt die zweite Maschine mit der Registrierung D-ABOC auf den Namen „Berlin“. Die D-ABOC war anschließend bis 1977 bei Lufthansa im Einsatz.

Zu Werbezwecken wurden Reisebüros von den Fluggesellschaften gerne besondere „Reisebüromodelle“ der neusten Flugzeuge zur Verfügung gestellt. So auch von Lufthansa zum Start in das Jet-Zeitalter.

Das Bild zeig ein altes Reisebüro-Flugzeugmodell der Firma Walter Bermel einer Lufthansa Boeing 707-430.
Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430

Motiv für die hier gezeigten Fotos ist das von der Metallgießerei Walter Bermel aus Düsseldorf im Maßstab 1:100 hergestellte Reisebüromodell der damals neuen Lufthansa Boeing 707 D-ABOC. Das Modell wurde irgendwann zwischen Bestellung und Auslieferung der 4 Boeing 707-430 hergestellt und hat das Original bereits um einige Jahrzehnte überlebt.

Standfuss eines Bermel Reisebüro-Flugzeugmodells Lufthansa Boeing 707-430
Beschriftungsschild auf dem Standfuss des Modells. (Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430)

Die Modelle der D-ABOC sind die einzigen von Walter Bermel heute bekannten Flugzeugmodelle. Die Bezeichnung „Metallgießerei“ deutet darauf hin, dass die Herstellung von Flugzeugmodellen nicht das eigentliche Geschäftsziel der Firma war.

Das Bild zeig ein altes Reisebüro-Flugzeugmodell der Firma Walter Bermel einer Lufthansa Boeing 707-430.
Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430

Auch zeichnen sich alle Bermel D-ABOC Flugzeugmodelle durch eine eher grobe Detaillierung aus. Insbesondere die charakteristischen Rolls-Royce Conway Triebwerke zeigen bei praktisch allen Exemplaren sichtbare Nachbearbeitungsspuren. Die Triebwerksaufhängungen sind auf den zum Flugzeugrumpf gewandten Seiten völlig unrealistisch nachgebildet worden. Andere Hersteller fertigten erheblich detailgenauer als Bermel.

Das Bild zeig ein altes Reisebüro-Flugzeugmodell der Firma Walter Bermel einer Lufthansa Boeing 707-430.
Die bei der Nachbearbeitung der Triebwerke entstandenen Kanten störten offensichtlich nicht. (Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430)
Das Bild zeig ein altes Reisebüro-Flugzeugmodell der Firma Walter Bermel einer Lufthansa Boeing 707-430.
Grobe Schleifriefen auf einem Triebwerk eines anderen Exemplars des Modells. Die dunklen Stellen sind durch Korrosion des Metallgusses entstanden. (Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430)

Aber gerade diese grobe Herstellung macht den charakteristischen und einmaligen Charme dieser historischen Reisebüro-Flugzeugmodelle aus. Die Aufgabe war deshalb auch, genau diese Eigenschaft in den Fotos herauszustellen.

Zum Einsatz kamen ein altes Minolta Auto Bellows Rokkor 100 mm 1:4 Objektiv (für die Nahaufnahmen der Triebwerke) und ein modernes 24-105 mm Objektiv.

Das Bild zeig ein altes Reisebüro-Flugzeugmodell der Firma Walter Bermel einer Lufthansa Boeing 707-430.
Herstellerschild auf der Rumpfunterseite (Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430)
Das Bild zeig ein altes Reisebüro-Flugzeugmodell der Firma Walter Bermel einer Lufthansa Boeing 707-430.
Bermel Reisebüro-Flugzeugmodell Lufthansa Boeing 707-430
Trioh-Hefter in schwarz-weiss

Trioh-Hefter in schwarz-weiss

Ein alter Trioh-Hefter mit blankem Metall ohne Lackierung als schönes Vintage-Motiv. Ziel waren in diesem Fall schwarz-weiss Fotos mit hartem Kontrast.

Das Bild zeigt einen alten TRIOH-Hefter in schwarz-weiss fotografiert.
Trioh-Hefter

Der Markenname „Trioh“ wurde von der Firma Wulff & Sager aus Hamburg verwendet. Leider sind zu dieser Firma praktisch keine Informationen mehr zu finden.

Das Bild zeigt einen alten TRIOH-Hefter in schwarz-weiss fotografiert.
Trioh-Hefter

Auf dem Hefter finden sich jedoch die Abkürzungen D.R.G.M. für „Deutsche Reichs-Gebrauchsmuster“ und D.R.P. für „Deutsches Reichs-Patent“. D.R.G.M gab es von 1891 bis 1945, und 1945 war auch das Ende für D.R.P., wobei beide Abkürzungen möglicherweise auch noch in den Jahren nach 1945 auslaufend benutzt wurden.

Der Hefter dürfte also aus den 20er bis 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Die aufwendige Bauart hat sich nicht durchgesetzt. Auch die Bedienung ist etwas umständlicher, denn der Hefter muß zum Einlegen des zu heftenden Papiers erst aufgeklappt werden. Aber er funktioniert immer noch einwandfrei!

Das Bild zeigt einen alten TRIOH-Hefter in schwarz-weiss fotografiert.
Trioh-Hefter

Für die hier gezeigten Fotos wurden zwei alte Auto Bellows Objektive verwendet. Beide sind allerdings nicht ganz so historisch wie der Hefter. Das Minolta Auto Bellows Rokkor 100mm 1:4 stammt aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Im gleichen Zeitraum dürfte das Novoflex Auto Bellows Noflexar 1:4/105 gebaut worden sein.

Auf den Bildern sind die Objektive nicht zu unterscheiden. Die Ergebnisse sind praktisch identisch.

An Auto Bellows Objektiven kann nur die Blende eingestellt werden. Die Fokussiereinheit fehlt komplett, da die Objektive für Balgengeräte gebaut sind. Der Fokus wird am Balgengerät oder am zusätzlich verwendeten Makro-Schlitten eingestellt.

Das Bild zeigt einen alten TRIOH-Hefter in schwarz-weiss fotografiert.
Trioh-Hefter

Donut-Bokeh mit dem Minolta RF Rokkor 500mm F8 Spiegeltele

Donut-Bokeh mit dem Minolta RF Rokkor 500mm F8 Spiegeltele

Das RF Rokkor ist eine Spiegelkonstruktion, die konstruktionsbedingt ein besonderes Bokeh erzeugen kann. Bedingt durch die zur geometrischen Verkürzung des Objektivs eingebauten Spiegel werden Unschärfepunkte als Ringe abgebildet – die oft so bezeichneten „Donuts“. Je nach Aufnahmesituation werden die Donuts mehr oder weniger abgebildet.

Ob es gefällt, ist reine Geschmacksache. Auf jeden Fall ist das Bokeh sehr auffällig, wenn es in Erscheinung tritt.

Ein paar Beispiel für das Bokeh des Minolta Spiegelteles, nicht alle mit Donuts:

Kugeldisteln (Echinops) – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Libelle – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Gelbrote Taglilien – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Seerose – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Hechtkraut (Pontenderia cordata) – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Gelbrote Taglilien – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Erfrischung im Teich – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Beim Plantschen im Teich – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Gelbrote Taglilien – Minolta RF Rokkor 500mm F8.0
Auf Insektensuche mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Auf Insektensuche mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Das Minolta 100mm Makroobjektiv gehört zu meinen bevorzugten Objektiven – immer wieder gerne eingesetzt. Diesmal auf einer kurzen Suche nach Insekten.

Für alle Bilder wurde der zum Objektiv gehörende 1:1-Adapter eingesetzt, so daß ein max. Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht werden konnte. Damit sind mit dem Objektiv nicht nur Nahaufnahmen, sondern bei 1:1 auch echte Makroaufnahmen möglich.

Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze) auf Löwenzahn
Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze)
Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze)

Mit dem 1:1 Adapter kann das manuelle Fokussieren schon etwas mühsam werden, und Ausschuss auf Grund von falsch sitzendem Fokus kommt schnell vor. Dafür entschädigt aber das Ergebnis wenn der Fokus sitzt. Das Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 liefert auch an modernen Systemkameras noch ein scharfes, detailreiches Bild.

Auch die Ausschnittsvergrößerung ist noch sehr scharf abgebildet.
Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze)
Mit dem Minolta MC Rokkor-PF 58mm 1.4 unterwegs in Krefeld-Uerdingen

Mit dem Minolta MC Rokkor-PF 58mm 1.4 unterwegs in Krefeld-Uerdingen

Das Minolta MC Rokkor-PF 58mm 1.4 ist ein klassisches Objektiv aus den 60er Jahren – mit allen Stärken und Schwächen. Für die Benutzung heute spricht vor allem der Vintage-Look der damit entstandenen Bilder.

Hier ein paar Bilder von der Rheinpromende in Krefeld-Uerdingen, alle mit dem Minolta 58 mm 1.4 entstanden.

Blick auf die Rheinbrücke
Ein Containerschiff auf der Fahrt stromaufwärts

Besonders interessant für eine Fototour am Rhein entlang in Uerdingen sind die Bereiche der ehemaligen Howinolwerke und der Spedition Theodor Müncker kurz vor dem nördlich angrenzenden Chempark. Lost places, die schon seit Jahren abgerissen und durch moderne Bebauung ersetzt werden sollen.

Howinolwerke
links oben ein heller Fleck – das Minolta 58mm 1.4 ist wie viele alte Objektive anfällig für Flares
alter Puffer der Hafenbahn
leicht abgeblendet auf 2 – nicht nur für ein ca. 50 Jahren altes Objektiv sehr schön
eine alte Lagerhalle der
Spedition Theodor Müncker…
… bei Rheinkilometer 765
hier befanden sich früher Schiffsanleger und Verladeanlagen
Der Hafenkran ist mit Baujahr 1992 neueren Baujahres als die langsam verfallenden Gebäude in unmittelbarer Umgebung vermuten lassen könnten.
Die Natur erobert die nicht mehr genutzten Anlagen.
früher belebter Hafenbereich – heute eher verträumt

Irgenwie passt es gut, diesen Ort mit Hilfe eines alten Objektivs zu dokumentieren. Lange wird das nicht mehr möglich sein, aber bis zur Neugestaltung des Geländes ist dieser Bereich in Uerdingen ein schönes Ziel für interessierte Fotografen.

Minolta MD Zoom 70-210mm f/4 – Kurzvorstellung

Minolta MD Zoom 70-210mm f/4 – Kurzvorstellung

Vor kurzem habe ich für unter 40 EUR ein altes Minolta MD Zoom 70-210 mm f/4 erstanden, in sehr gutem Zustand und noch in Originalverpackung.

Zum Vergleich: Sony bietet aktuell das AF 70-200mm f/4,0 OSS G für UVP 1700 EUR an . Der Straßenpreis liegt zur Zeit bei immer noch ordentlichen 1250 EUR. Natürlich hat das moderne Sony-Objektiv Autofokus und einen integrierten optischen Bildstabilisator und ist dank neuer Rechnung mit Sicherheit schärfer. Aber das Preisverhältnis war bei meinem Kauf ca. 1:33, d.h. das ansonsten vergleichbare Sony-Objektiv hätte 33x mal mehr gekostet. Da das Minolta MD 70-210 f/4 einen sehr guten Ruf hat also ein guter Grund das Objektiv zu diesem unschlagbar günstigen Preis zu kaufen, um den mittleren Tele-Bereich abdecken zu können.

vergilbter Karton – mehr als 30 Jahre alt

Minolta brachte das MD Zoom 70-210 1983 als Nachfolger des bewährten 75-200 Zoom heraus. Es war eines der letzten neuen Objektive für das SR-Bajonett von Minolta. 1985 kam das auf der gleichen optischen Berechnung beruhende Minolta AF Zoom 70-210mm f/4 mit Autofokus (legendär und oft als „Ofenrohr“ oder „beercan“ bezeichnet) für das neue Minolta A-Bajonett auf den Markt.

im Karton sieht es (fast) wie neu aus…

Für das Objektiv spricht, dass es angeblich auch eine Leica-Version des Objektivs gab. Mit ein bisschen Suche zeigt sich, dass das ebenfalls 1983 erschienene Leica Vario-Elmar-R 70-210 f4.0 fast identische Daten hat (aber größerer Filterdurchmesser und integrierte Streulichtblende).

Das MD Zoom 70-210 ist ein Schiebezoom mit Einringbedienung („one touch design“) und zusätzlicher Makro-Einstellung. Die Länge verändert sich beim zoomen nicht, jedoch geringfügig beim fokussieren.

Minolta MD Zoom 70 – 210 mm f/4

Technische Daten:

Linsen: 12
Gruppen: 9
Bildwinkel: 34 – 12 Grad
Nahgrenze: 1,1 m
Abbildungsmaßstab an der Naheinstellgrenze: 1:3,9 (0,256X)
Blende: 4 bis 32, 7 Lamellen
Filtergewinde: 55 mm
Abmessungen: 72 mm (Durchmesser) x 153 mm
Gewicht: 635 g

Blende 4 über den gesamten Zoom-Bereich
Makro-Skala – max. Abbildungsmaßstab ist 1:3,9
Die rote Linie für den Schärfentiefenbereich ist für Infrarotfilm.
Öffnung bei Blende 4
Bei kleineren Blendenöffnungen sind die 7 Lamellen gut zu erkennen.
Eisige Temperaturen – Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Eisige Temperaturen – Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Nach einer kalten Nacht bei Temperaturen unter 0 Grad haben sich erste Eiskristalle gebildet. Zeit für eisige Fotos, auch wenn die Hände schnell kalt werden. Dazu sorgt die niedrig stehenden Sonne am Morgen für sehr gutes Licht.

Bei allen Fotos kam das Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 zum Einsatz. Ein Objektiv, das ich oft und gerne für Nahaufnahmen verwende, insbesondere in der Natur.

Eiskristalle
Eis auf dem Blatt einer Garten-Yucca
Sonnenaufgang an der Flughafenbrücke – Minolta MC Rokkor-PF 58 mm 1.4

Sonnenaufgang an der Flughafenbrücke – Minolta MC Rokkor-PF 58 mm 1.4

Das 58 mm 1.4 Minolta MC Rokkor-PF  Objektiv ist ein spezielles Objektiv: offenblendig nicht sehr kontrastreich und auch nicht überragend scharf, aber mit mit einem sehr sanften Bokeh und eigener Farbwiedergabe versehen, kann es  aus heutiger Sicht einen schönen Vintage-Look produzieren. Damit eignet sich das Objektiv in erster Linie für einen besonderen Portrait-Look, aber eben nicht nur dafür.

Auch im Sonnenaufgang kann das Objektiv schöne Bilder erzeugen – hier früh morgens an der Flughafenbrücke Meerbusch-Düsseldorf, die den Rhein überquert.

Sonnenaufgang an der Flughafenbrücke Meerbusch – Düsseldorf
Sonnenaufgang mit dem Minolta MC Rokkor-PF 58 mm 1.4
Lange Schatten durch die tiefstehende Sonne

Herbstfarben mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 Objektiv

Herbstfarben mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 Objektiv

Die herbstliche Färbung der Blätter bildet wunderschöne harmonische Farbkombinationen. Ein Ausflug in den Wald lohnt sich immer, und das 100er Minolta Macro Rokkor ist ein guter Begleiter für Landschafts- und Nahaufnahmen. Der zum Objektiv gehörende 1:1 Adapter muss nicht dabei sein, denn der Abbildungsmaßstab von max. 1:2 ohne Adapter reicht völlig aus, um die Herbstfarben im Wald einzufangen.

Das Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 produziert richtig schöne Farben, ist scharf und kann ein weiches, sehr schönes Bokeh erzeugen. Fokussiert werden muss manuell – diese Variante des Minolta 100 mm Makro-Objektivs wurde Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts auf den Markt gebracht.

Minolta Extension Tube II Zwischenringe

Minolta Extension Tube II Zwischenringe

Um ein Objekt größer abzubilden, kann man mit der Kamera und dem Objektiv näher an das Objekt herangehen. Begrenzt wird diese Vorgehensweise durch die Naheinstellgrenze des Objektivs. Der Schärfebereich wird von unendlich näher herangeholt, indem Linsen weiter vom Sensor weg verschoben werden. Bei nicht innenfokussierenden Objektiven verlängert sich das Objektiv sichtbar, je näher scharfgestellt wird. Der maximale Auszug des Objektivs ist also gleichzeitig die Naheinstellgrenze des Objektivs.

Zwischenringe werden zwischen Objektiv und Kamera eingefügt, um genau diesen Abstand zwischen Linsen und Sensor noch weiter zu vergrößern. Die Naheinstellgrenze verringert sich dadurch weiter und der Abbildungsmaßstab des Objekts vergrößert sich. Durch den vergrößerten Auszug kann ein Objektiv mit Zwischenringen allerdings nicht mehr auf unendlich fokussiert werden. Die Zwischenringe eignen sich also ausschließlich für Nahaufnahmen.

Da vorne durch das Objektiv mit oder ohne Zwischenringe immer die gleiche Menge Licht einfällt, mit Zwischenringen aber der Abbildungsmaßstab vergrößert wird – also nur ein kleinerer Bildausschnitt auf den Sensor trifft – wird der Sensor mit Zwischenringen von weniger Licht getroffen als ohne. Zwischenringe führen also zu einer Belichtungsverlängerung, die aber mit modernen Kameras relativ problemlos durch eine längere Verschlusszeit, mehr ISO oder größere Blendenöffnung ausgeglichen werden kann.

Zu berücksichtigen ist im Einzelfall auch, daß das Objektiv nicht für die mit den Zwischenringen mögliche Naheinstellgrenze berechnet ist und dadurch die Abbildungsqualität des Objektivs deutlich sinken kann. Bei den von mir verwendeten alten Minolta-Objektiven habe ich aber noch keine dramatischen Einbrüche feststellen können.

Auf der Plus-Seite stehen dafür:

  • Zwischenringe sind einfache Ringe ohne jegliche Optik – also preiswert
  • Zwischenringe sind leicht und kosten nicht viel Platz
  • Zwischenringe ermöglichen einen deutlich größeren Abbildungsmaßstab
  • Zwischenringe können in vielen Fällen den Kauf eines Makroobjektivs ersetzen

Minolta hatte für ihre analogen SR(T)-Kameras mit SR-Bajonett-Objektivanschluss drei verschiedene Zwischenringsätze im Programm:

  • Extension Tube Set for Minolta SR
  • Extension Tube II for Minolta SR
  • MC Auto Extension Tube Set

Die beiden ersteren bestehen jeweils aus 5 Elementen, die miteinander über Schraubgewinde verbunden werden, keinerlei Einstellungen übertragen, und sich nur durch unterschiedliche Längen der Ringe unterscheiden. Beim MC Auto Extension Tube Set werden die Elemente über Bajonett verbunden, da hier Objektiveinstellungen übertragen werden (MC = meter coupling, zur Belichtungsmessung durch das Objektiv).

Ich besitze den hier vorgestellten Zwischenringsatz Extension Tube II, für ein paar Euro gebraucht noch mit Originalkarton gekauft. Das Extension Tube II Set wurde vermutlich Ende der 60er bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts von Minolta produziert. Meine Ausgabe sieht noch wie neu aus und hat wahrscheinlich Jahrzehnte unbenutzt in der Verpackung gelagert. Allerdings zusammengeschraubt, so dass die Ringe nur schwer wieder zu lösen waren. Daher ein kleiner Tipp: Zwischenringe auseinandergeschraubt lagern.

In einem aus späterer Zeit stammenden Minolta „Handbuch für Standard-Objektive“ habe ich folgenden Hinweis gefunden: „Ebenso lassen sich MD-Objektive nicht an älteren Zwischenringsätzen II verwenden, weil zwischen der MD-Kupplung und dem EL-Ring zu wenig Spielraum ist. Es ist jedoch möglich, den EL-Ring beim Minolta Service umzutauschen, damit die MD-Objektive auch an den Zwischenringsatz II passen“. Vielleicht hat mein Satz einen solchen getauschten EL-Ring – an den mir zur Verfügung stehenden Minolta MD-Objektiven gibt es jedenfalls keine Probleme.

Das Extension Tube II Set besteht aus insgesamt 5 Ringen. Der erste Ring ist der EB Ring (Extension Body Ring), der auf den Objektivanschluss der Kamera mit SR-Bajonett montiert wird. Auf der anderen Seite befindet sich ein Gewinde, auf das die weiteren Ringe geschraubt werden können. Zuletzt muß immer der EL Ring (Extension Lens Ring) aufgeschraubt werden, an den dann das Objektiv mit SR-Bajonett gesetzt wird.

 

von links nach rechts: EB Ring – Ring No. 1 – Ring No. 2 – Ring No. 3 – EL Ring

(für größere Darstellung auf das Bild klicken)

Das Minolta Extension Tube II Set besteht also aus diesen Ringen:

  • EB Ring (Extension Body Ring)
  • Ring No. 1 (7 mm Länge)
  • Ring No. 2 (14 mm Länge)
  • Ring No. 3 (28 mm Länge)
  • EL Ring (Extension Lens Ring)

Die kleinste Verlängerung ergibt sich mit 6 mm, wenn nur EB Ring und EL Ring verwendet werden. Bei Verwendung mit z.B. einem Minolta MC Rokkor 55 mm f/1.7 erhält man dann statt des Abbildungsmaßstabes 1 : 7.5 des Objektivs den neuen Abbildungsmaßstab von ca. 1 : 4 (bei Fokussierung auf Naheinstellgrenze).

Bei Verwendung von allen 5 Ringen wird die maximale Verlängerung von 55 mm erreicht. Beim Minolta MC Rokkor 55 mm f/1.7 bedeutet das einen neuen Abbildungsmaßstab von ca. 1 : 0,9 (bei Fokussierung auf Naheinstellgrenze), also sogar ganz leicht besser als 1 : 1. Es sind dann also Makro- und nicht nur Nahaufnahmen möglich.

Mit allen anderen möglichen Kombinationen der einzelnen Ringe können Abbildungsmaßstäbe zwischen diesen Werten erreicht werden.

Bei Objektiven mit längeren Brennweiten als 50 – 58 mm wird mit dem Extension Tube II Set brennweitenabhängig nur deutlich weniger als 1 : 1 erreicht, so dass Nahaufnahmen möglich sind, aber nicht mehr von Makrofotografie gesprochen werden kann.

 

 

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm – Kurzvorstellung

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm – Kurzvorstellung

Das Minolta 135 mm 1:2.8 Objektiv mit SR-Bajonett wurde von 1959 bis 1981 in zahlreichen Varianten gebaut. 135 mm war damals eine sehr beliebte Portrait-Brennweite.

Meine Variante – noch von meinem Schwiegervater geerbt – ist das MC Tele Rokkor-PF (MC II) mit integrierter Gegenlichtblende, vermutlich im Zeitraum 1969 bis 1973 gebaut. Die Buchstaben PF beschreiben den optischen Aufbau dieser Variante des Objektivs: 6 Linsen (F) in 5 Gruppen (P).

Ich verwende das Objektiv sehr gerne für Portraits und Nahaufnahmen – es hat offenblendig ein sehr schönes und weiches Bokeh, zusammen mit einer charakteristischen Farbwiedergabe. Insgesamt ein Retro-Look, der mir persönlich gut gefällt.

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm mit offener Blende

Die Verwendung an modernen System-Kameras ist mit entsprechendem Adapter vom SR-Bajonett auf das Bajonett der Kamera problemlos möglich. Natürlich muss das Objektiv dann komplett manuell eingestellt werden, was aber ohne Probleme geht.

MC steht für „meter coupled“, d. h. ein Objektiv mit Blendensimulatorkopplung zur Belichtungsmessung durch das Objektiv bei Offenblende. Minolta hatte 1966 mit der SR-T 101 die erste Kamera mit „through the lens metering“ auf den Markt gebracht, und dafür waren natürlich auch geeignete Objektive notwendig. Nun konnte bis zum Drücken des Auslösers die Blende des Objektivs voll geöffnet bleiben, mit dem sehr großen Vorteil, dass Belichtungsmessung und Scharfstellung bei viel hellerem Sucherbild erfolgen konnten. Erst beim Auslösen wurde die voreingestellte Blende über die Blendenkopplung am Objektiv eingestellt. Um trotz offener Blende die am Blendenring eingestellte Öffnung zur Belichtungsmessung in der Kamera verwenden zu können, wurde die eingestellte Blende über die Blendensimulatorkopplung an die Kamera übertragen und der Lichteinfall durch diese Blende zur Messsung simuliert.

Das Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm ist ein sogenanntes MC II Objektiv, ein Objektiv der 2. Generation MC-Objektive. Gegenüber der 1. Generation MC (MC I) wurde u. a. der Blendenring von der Mitte des Objektivs hin zum Bajonett verschoben und der Fokusring hat vertiefte Aussparungen, so daß oft von „Berg und Tal“-Version gesprochen wird.

Die Variante des Objektivs in der 3. Generation MC (MC-X) hatte nicht mehr den „Berg und Tal“-Fokusring, sondern einen Fokusring mit Gummi-Noppen („Gummiwaffeln“).

„Berg und Tal“ – Fokusring

Das 135er ist nicht innenfokusierend – auf unendlich gestellt baut es am kürzesten.


Technische Daten Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm (MC II):

optische Konstruktion: 6 Elemente, 5 Gruppen
Blende: 2.8 bis 22, 6 Lamellen
Naheinstellgrenze: 1,5 m
Abbildungsmaßstab an der Naheinstellgrenze: 1:9 (0,111X)
horizontaler Öffnungswinkel: 15 Grad
vertikaler Öffnungswinkel: 10 Grad
diagonaler Öffnungswinkel: 18 Grad
Gegenlichtblende: eingebaut
Filterdurchmesser: 55 mm
Schutzkappe Objektiv: 57 mm
Gewicht: 425 g

Gegenlichtblende ausgefahren

(C) alle Fotos: Harald Halfpapp

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm – Bokeh und Vignettierung

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm – Bokeh und Vignettierung

Auf Grund des offenblendig sehr schönen und weichen Bokehs sowie des retromäßigen Farblooks verwende ich das Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm (MC II -Variante) sehr gerne für Portraits und Nahaufnahmen. Obwohl das Objektiv annähernd 50 Jahre alt ist produziert es noch immer sehr ansprechende Bilder und ist mit passendem Adapter vom SR-Bajonett auf das Bajonett der Kamera problemlos an moderne spiegellose Systemkameras zu adaptieren. Die Einstellung erfolgt dann komplett manuell, wobei Fokus-Peaking eine gute Hilfe zur Fokussierung ist.

 

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm

 

 

Bokeh MinoltaMC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm:

  • Blende 2.8
  • Blende 4
  • Blende 5.6
  • Blende 8
  • Blende 11
  • Blende 16
  • Blende 22

Eine sehr schöne Freistellung bei den offenen Blenden, ab Blende 8 wird der Hintergrund  zunehmend unruhiger.

 

Hier noch eine zweite Testreihe für das Bokeh:

  • Blende 2.8
  • Blende 4
  • Blende 5.6
  • Blende 8
  • Blende 11
  • Blende 16
  • Blende 22

 

Vignettierung Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm:

Bereits bei den Bokeh-Bildern ist die Vignetierung bei den großen Blendenöffnungen deutlich zu sehen. Im Gegensatz zu mancher modernen Kombination Objektiv/Kamera gibt es hier keine Bildkorrektur in der Kamera.

Bei Blende 2.8 ist die Vignettierung sehr deutlich vorhanden, danach nimmt sie sofort stark ab und ab 5.8 ist kaum noch etwas davon zu sehen.  Für die Art Fotos, die man mit diesem Objektiv gestaltet, überhaupt kein Problem.

 

  • Blende 2.8
  • Blende 4
  • Blende 5.6
  • Blende 8
  • Blende 11
  • Blende 16
  • Blende 22

 

Blende 2.8 und Blende 8 im direkten Vergleich:

(alle Bilder „out of the cam“ jpg, unbearbeitet)

 

(C) alle Fotos: Harald Halfpapp