Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm – Kurzvorstellung

Das Minolta 135 mm 1:2.8 Objektiv mit SR-Bajonett wurde von 1959 bis 1981 in zahlreichen Varianten gebaut. 135 mm war damals eine sehr beliebte Portrait-Brennweite.

Meine Variante – noch von meinem Schwiegervater geerbt – ist das MC Tele Rokkor-PF (MC II) mit integrierter Gegenlichtblende, vermutlich im Zeitraum 1969 bis 1973 gebaut. Die Buchstaben PF beschreiben den optischen Aufbau dieser Variante des Objektivs: 6 Linsen (F) in 5 Gruppen (P).

Ich verwende das Objektiv sehr gerne für Portraits und Nahaufnahmen – es hat offenblendig ein sehr schönes und weiches Bokeh, zusammen mit einer charakteristischen Farbwiedergabe. Insgesamt ein Retro-Look, der mir persönlich gut gefällt.

Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm mit offener Blende

 

Die Verwendung an modernen System-Kameras ist mit entsprechendem Adapter vom SR-Bajonett auf das Bajonett der Kamera problemlos möglich. Natürlich muss das Objektiv dann komplett manuell eingestellt werden, was aber ohne Probleme geht.

MC steht für „meter coupled“, d. h. ein Objektiv mit Blendensimulatorkopplung zur Belichtungsmessung durch das Objektiv bei Offenblende. Minolta hatte 1966 mit der SR-T 101 die erste Kamera mit „through the lens metering“ auf den Markt gebracht, und dafür waren natürlich auch geeignete Objektive notwendig. Nun konnte bis zum Drücken des Auslösers die Blende des Objektivs voll geöffnet bleiben, mit dem sehr großen Vorteil, dass Belichtungsmessung und Scharfstellung bei viel hellerem Sucherbild erfolgen konnten. Erst beim Auslösen wurde die voreingestellte Blende über die Blendenkopplung am Objektiv eingestellt. Um trotz offener Blende die am Blendenring eingestellte Öffnung zur Belichtungsmessung in der Kamera verwenden zu können, wurde die eingestellte Blende über die Blendensimulatorkopplung an die Kamera übertragen und der Lichteinfall durch diese Blende zur Messsung simuliert.

Das Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm ist ein sogenanntes MC II Objektiv, ein Objektiv der 2. Generation MC-Objektive. Gegenüber der 1. Generation MC (MC I) wurde u. a. der Blendenring von der Mitte des Objektivs hin zum Bajonett verschoben und der Fokusring hat vertiefte Aussparungen, so daß oft von „Berg und Tal“-Version gesprochen wird.

Die Variante des Objektivs in der 3. Generation MC (MC-X) hatte nicht mehr den „Berg und Tal“-Fokusring, sondern einen Fokusring mit Gummi-Noppen („Gummiwaffeln“).

„Berg und Tal“ – Fokusring

 

Das 135er ist nicht innenfokusierend – auf unendlich gestellt baut es am kürzesten.


Technische Daten Minolta MC Tele Rokkor-PF 1:2.8 f=135 mm (MC II):

optische Konstruktion: 6 Elemente, 5 Gruppen
Blende: 6 bis 22, 6 Lamellen
Naheinstellgrenze: 1,5 m
Abbildungsmaßstab an der Naheinstellgrenze: 1:9 (0,111X)
horizontaler Öffnungswinkel: 15 Grad
vertikaler Öffnungswinkel: 10 Grad
diagonaler Öffnungswinkel: 18 Grad
Gegenlichtblende: eingebaut
Filterdurchmesser: 55 mm
Schutzkappe Objektiv: 57 mm
Gewicht: 425 g

 

Gegenlichtblende ausgefahren

 

 

(C) alle Fotos: Harald Halfpapp

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