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Abriss Bunker am Röttgen in Krefeld-Uerdingen (April 2008)

Der Hochbunker am Röttgen in Krefeld-Uerdingen wurde im Herbst 1942 fertiggestellt. Das 24 Meter hohe Bauwerk mit einer Grundfläche von 15 x 22 Metern und 1,50 Meter starken Betonwänden war als Luftschutzbunker für 3300 Menschen geplant. Mit der steigenden Zahl von Luftangriffen auf Krefeld wurde der Bunker immer mehr zur Zuflucht für die Bewohner Uerdingens. Manche Familien hatten fest zugewiesene Plätze im Bunker und sogar Schulunterricht wurde in den Bunker verlegt. Anfangs hatte der Bunker zur Tarnung ein aufgesetztes Spitzdach, das jedoch bei einem Luftangriff zerstört wurde.

Bunker Am Röttgen in Krefeld-Uerdingen am 07 April 2008
Bunker Am Röttgen in Krefeld-Uerdingen am 07 April 2008

 

Mit der sich immer mehr Krefeld nähernden Front wurde der Bunker für viele Menschen zum Daueraufenthaltsort. Als am Abend des 2.März 1945 die Beschießung Uerdingens durch die vorrückenden amerikanischen Truppen einsetzte, befanden sich mehr als 5000 Menschen in dem Bunker. Unter schlimmsten sanitären Verhältnissen und in fürchterlicher Enge mussten die Menschen bis zum 5. März im Bunker bleiben. Dann war der Krieg für sie zu Ende – und der Bunker hatte seinen Zweck erfüllt.

63 Jahre später, von Anfang April bis Mai 2008 wurde der Bunker abgerissen. Dazu wurde zunächst mit einer 5 Tonnen schweren Abrißbirne ein Loch in die Bunkeraußenwand geschlagen und anschließend mit Meißel und Greiferzange der Bunker Stück für Stück – ohne Sprengung – abgetragen.

Abriss Bunker Am Röttgen in Krefeld-Uerdingen am 07. April 2008
Abriss Bunker Am Röttgen in Krefeld-Uerdingen am 07. April 2008

 

Als Abbruchgerät wurde ein gewaltiger Caterpillar 5110B Triple Boom Excavator mit 200 Tonnen Gewicht eingesetzt. Zum Schutz vor den entstehenden Staubwolken wurde mit Hilfe eines zweiten Arbeitsgerätes ständig ein Wasserstrahl auf die gerade bearbeitete Stelle gerichtet.

Heute steht an der Ecke Kurfürstenstraße / Von-Brempt-Straße an Stelle des Bunkers und der nebenliegenden Gebäude ein großes, dreigeschossiges Gebäude mit einem Supermarkt, verschiedenen Läden und Praxen.

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In Google Maps ist der Bunker immer noch zu sehen:


Größere Kartenansicht


Hinweis: die Urheberrechte für alle Fotos auf dieser Seite liegen – soweit nicht anders gekennzeichnet – bei Harald Halfpapp.

 

Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf

Düsseldorf-Ludenberg, Ludenberger-Str.

Die Pfeiffer-Brücke verbindet Düsseldorf-Ludenberg und -Gerresheim mit dem Grafenberger Wald. Mit dem Erbauungsjahr 1907 wurde sie schon vor der Eingemeindung von Ludenberg und Gerresheim nach Düsseldorf errichtet und steht seit 1987 unter Denkmalschutz. Verkehrstechnisch hat die Brücke heute keine Bedeutung. Sie ermöglicht Spaziergängern im Grafenberger Wald eine geringfügige Abkürzung durch eine sonst an dieser Stelle nicht mögliche Überquerung der Bundesstraße 7 . Es spricht nichts dafür, daß die Brücke früher eine größere Bedeutung gehabt haben könnte.

Benannt ist die Brücke nach ihrem Stifter Wilhelm Pfeiffer (1829 – 1900),  Mitinhaber des Düsseldorfer Bankhauses Trinkaus und  ab 1866 auch Präsident der Düsseldorfer Handelskammer.

 

Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf
Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf (13.06.2006)
Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf
Bögen und Pfeiler der Pfeiffer-Brücke sind nicht in durchgehender Brückenbreite ausgeführt (13.06.2006)

Bei der Planung vor über 100 Jahren entschied man sich gegen eine Brücke aus einem einzigen flach gewölbten Bogen, um die durch den nicht sehr tragfähigen Untergrund erforderliche aufwändige Gründung an den Widerlagen kostengünstiger gestalten zu können. Stattdessen baute man eine Pfeilerbrücke mit drei korbbogenförmigen Öffnungen, wobei aus ästethischen Gründen die Pfeiler und Bögen nicht in durchgehender Brückenbreite ausgeführt wurden, sondern die Fahrbahn mittels eisenarmierter Betonbalken auf zwei getrennten Bögen aufgelagert wurde.

Die mittlere Öffnung hat eine Spannweite von 14 m. Die beiden seitlichen Öffnungen haben jeweils 7,80 m Spannweite. Die Brücke ist einschl. Verblendung 10,50m breit und die Fahrbahn liegt 9,70 m über darunter verlaufenden Ludenberger Straße (B 7).

Die Bauausführung erfolgte durch die A.-G. Wayß & Freytag. Die Verblendsteine stammen aus dem Ruhrkohlensandsteinbruch Broich bei Speldorf (damit müsste der Steinbruch Rauen am Kassenberg in Mülheim an der Ruhr gemeint sein) und die Werksteine aus den Basaltlavabrüchen in Kottenheim (Eifel).

 

 

 

Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf
Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf (13.06.2006)

Die Gitter waren ursprünglich nicht vorhanden und wurden erst nachträglich angebracht.

 

Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf
Pfeiffer-Brücke, Düsseldorf (13.06.2006)
Stand: 29.12.2011

Düsseldorf – Stadt der Rheinbrücken

Die interessantesten Brücken Düsseldorfs sind zweifellos die Rheinbrücken. Die Topographie der Stadt ist weitestgehend völlig flach und erst in den östlichen Stadtteile mit dem beginnenden Bergischen Land wird es etwas weniger eben.
Die zahlreichen Eisenbahnbrücken und Straßenbrücken, vor allem für die Autobahnen und wichtigen Stadttangenten, sind deshalb überwiegend Balkenbrücken nach Standardentwurf.

Düsseldorf hat insgesamt 7 Rheinbrücken, darunter eine Eisenbahn- und 2 Autobahnbrücken. Da alle damals bestehenden Rheinbrücken gegen Ende des Krieges gesprengt wurden, sind fast alle Brücken moderne Konstruktionen.

Vorherrschender Brückentyp ist die kostensparende und leistungsfähige Schrägseilbrücke. Bis auf die Eisenbahnbrücke und die unter den Bedingungen des Nachkriegs-Materialmangels gebaute Südbrücke sind alle Düsseldorfer Rheinbrücken Schrägseilbrücken. Trotzdem sehen nicht alle Brücken gleich aus, sondern dokumentieren mit ihrem individuellen Design die Weiterentwicklung und Anpassungsfähigkeit dieses Brückentyps an unterschiedlichste Bedingungen.

 

Die Rheinbrücken:

Übersichtskarte Düsseldorfer Rheinbrücken

 

Stand: 04.11.2007