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Auf Insektensuche mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Auf Insektensuche mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Das Minolta 100mm Makroobjektiv gehört zu meinen bevorzugten Objektiven – immer wieder gerne eingesetzt. Diesmal auf einer kurzen Suche nach Insekten.

Für alle Bilder wurde der zum Objektiv gehörende 1:1-Adapter eingesetzt, so daß ein max. Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht werden konnte. Damit sind mit dem Objektiv nicht nur Nahaufnahmen, sondern bei 1:1 auch echte Makroaufnahmen möglich.

Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze) auf Löwenzahn
Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze)
Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze)

Mit dem 1:1 Adapter kann das manuelle Fokussieren schon etwas mühsam werden, und Ausschuss auf Grund von falsch sitzendem Fokus kommt schnell vor. Dafür entschädigt aber das Ergebnis wenn der Fokus sitzt. Das Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 liefert auch an modernen Systemkameras noch ein scharfes, detailreiches Bild.

Auch die Ausschnittsvergrößerung ist noch sehr scharf abgebildet.
Pyrrhocoris apterus (gemeine Feuerwanze)
Mit dem Minolta MC Rokkor-PF 58mm 1.4 unterwegs in Krefeld-Uerdingen

Mit dem Minolta MC Rokkor-PF 58mm 1.4 unterwegs in Krefeld-Uerdingen

Das Minolta MC Rokkor-PF 58mm 1.4 ist ein klassisches Objektiv aus den 60er Jahren – mit allen Stärken und Schwächen. Für die Benutzung heute spricht vor allem der Vintage-Look der damit entstandenen Bilder.

Hier ein paar Bilder von der Rheinpromende in Krefeld-Uerdingen, alle mit dem Minolta 58 mm 1.4 entstanden.

Blick auf die Rheinbrücke
Ein Containerschiff auf der Fahrt stromaufwärts

Besonders interessant für eine Fototour am Rhein entlang in Uerdingen sind die Bereiche der ehemaligen Howinolwerke und der Spedition Theodor Müncker kurz vor dem nördlich angrenzenden Chempark. Lost places, die schon seit Jahren abgerissen und durch moderne Bebauung ersetzt werden sollen.

Howinolwerke
links oben ein heller Fleck – das Minolta 58mm 1.4 ist wie viele alte Objektive anfällig für Flares
alter Puffer der Hafenbahn
leicht abgeblendet auf 2 – nicht nur für ein ca. 50 Jahren altes Objektiv sehr schön
eine alte Lagerhalle der
Spedition Theodor Müncker…
… bei Rheinkilometer 765
hier befanden sich früher Schiffsanleger und Verladeanlagen
Der Hafenkran ist mit Baujahr 1992 neueren Baujahres als die langsam verfallenden Gebäude in unmittelbarer Umgebung vermuten lassen könnten.
Die Natur erobert die nicht mehr genutzten Anlagen.
früher belebter Hafenbereich – heute eher verträumt

Irgenwie passt es gut, diesen Ort mit Hilfe eines alten Objektivs zu dokumentieren. Lange wird das nicht mehr möglich sein, aber bis zur Neugestaltung des Geländes ist dieser Bereich in Uerdingen ein schönes Ziel für interessierte Fotografen.

Minolta MD Zoom 70-210mm f/4 – Kurzvorstellung

Minolta MD Zoom 70-210mm f/4 – Kurzvorstellung

Vor kurzem habe ich für unter 40 EUR ein altes Minolta MD Zoom 70-210 mm f/4 erstanden, in sehr gutem Zustand und noch in Originalverpackung.

Zum Vergleich: Sony bietet aktuell das AF 70-200mm f/4,0 OSS G für UVP 1700 EUR an . Der Straßenpreis liegt zur Zeit bei immer noch ordentlichen 1250 EUR. Natürlich hat das moderne Sony-Objektiv Autofokus und einen integrierten optischen Bildstabilisator und ist dank neuer Rechnung mit Sicherheit schärfer. Aber das Preisverhältnis war bei meinem Kauf ca. 1:33, d.h. das ansonsten vergleichbare Sony-Objektiv hätte 33x mal mehr gekostet. Da das Minolta MD 70-210 f/4 einen sehr guten Ruf hat also ein guter Grund das Objektiv zu diesem unschlagbar günstigen Preis zu kaufen, um den mittleren Tele-Bereich abdecken zu können.

vergilbter Karton – mehr als 30 Jahre alt

Minolta brachte das MD Zoom 70-210 1983 als Nachfolger des bewährten 75-200 Zoom heraus. Es war eines der letzten neuen Objektive für das SR-Bajonett von Minolta. 1985 kam das auf der gleichen optischen Berechnung beruhende Minolta AF Zoom 70-210mm f/4 mit Autofokus (legendär und oft als „Ofenrohr“ oder „beercan“ bezeichnet) für das neue Minolta A-Bajonett auf den Markt.

im Karton sieht es (fast) wie neu aus…

Für das Objektiv spricht, dass es angeblich auch eine Leica-Version des Objektivs gab. Mit ein bisschen Suche zeigt sich, dass das ebenfalls 1983 erschienene Leica Vario-Elmar-R 70-210 f4.0 fast identische Daten hat (aber größerer Filterdurchmesser und integrierte Streulichtblende).

Das MD Zoom 70-210 ist ein Schiebezoom mit Einringbedienung („one touch design“) und zusätzlicher Makro-Einstellung. Die Länge verändert sich beim zoomen nicht, jedoch geringfügig beim fokussieren.

Minolta MD Zoom 70 – 210 mm f/4

Technische Daten:

Linsen: 12
Gruppen: 9
Bildwinkel: 34 – 12 Grad
Nahgrenze: 1,1 m
Abbildungsmaßstab an der Naheinstellgrenze: 1:3,9 (0,256X)
Blende: 4 bis 32, 7 Lamellen
Filtergewinde: 55 mm
Abmessungen: 72 mm (Durchmesser) x 153 mm
Gewicht: 635 g

Blende 4 über den gesamten Zoom-Bereich
Makro-Skala – max. Abbildungsmaßstab ist 1:3,9
Die rote Linie für den Schärfentiefenbereich ist für Infrarotfilm.
Öffnung bei Blende 4
Bei kleineren Blendenöffnungen sind die 7 Lamellen gut zu erkennen.
Riesenrad Düsseldorf bei Nacht

Riesenrad Düsseldorf bei Nacht

Von Ende Oktober 2018 bis Ende Januar 2019 war auf dem Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt, unmittelbar am Rhein, wieder das Riesenrad „Wheel of Vision“ aufgebaut. Mit 55 m Höhe und 42 Gondeln war das Riesenrad wie in den Jahren zuvor eine unübersehbare Sichtmarke am Rhein.

Über 1000 m LED-Schläuche sorgten auch bei Dunkelheit für gute Sichtbarkeit des Rads und für ein attraktives und viel fotografiertes Fotomotiv. Gut passte dazu der Schnee Ende Januar, und bei gleichzeitiger eisiger Kälte war auch die Gelegenheit für Langzeitbelichtungen des sich drehenden Riesenrads ohne sich während der Belichtung durch das Bild bewegende Spaziergänger gegeben.

Menschenleere Rheintreppe nach dem abendlichen Betriebszeitende des Riesenrads:

Blick vom Burgplatz auf die nächtliche Skyline des Medienhafens mit Rheinturm und Kniebrücke:

Eisige Temperaturen – Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Eisige Temperaturen – Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5

Nach einer kalten Nacht bei Temperaturen unter 0 Grad haben sich erste Eiskristalle gebildet. Zeit für eisige Fotos, auch wenn die Hände schnell kalt werden. Dazu sorgt die niedrig stehenden Sonne am Morgen für sehr gutes Licht.

Bei allen Fotos kam das Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 zum Einsatz. Ein Objektiv, das ich oft und gerne für Nahaufnahmen verwende, insbesondere in der Natur.

Eiskristalle
Eis auf dem Blatt einer Garten-Yucca
Griethausener Brücke

Griethausener Brücke

Die Griethausener Brücke bei Kleve kurz vor der niederländischen Grenze ist heute ein über 150 Jahre altes technisches Denkmal und – in typischer niederrheinischer Landschaft gelegen – immer einen Ausflug wert.

1863 bis 1865 wurde eine neue Eisenbahnstrecke von Kleve nach Zevenaar (Niederlande / bei Arnheim) gebaut, die bei Griethausen den Rhein überquerte. Die eigentliche Rheinüberquerung erfolgte mit einer seilgeführten Eisenbahnfährverbindung, einem sog. Trajekt. Für die Überquerung des Altrheinarms bei Griethausen wurde jedoch eine Fachwerkträgerbrücke aus Stahl mit einer Öffnungsweite von 110, 4 m gebaut. Da das Gelände zwischen Altrheinarm und Rhein durch Hochwasser überschwemmungsgefährdet ist, schließt sich an die Altrheinbrücke in Richtung Rhein eine mehrere hundert Meter lange Vorflutbrücke an.

Griethausener Brücke

Bereits ab Herbst 1888 wurde die Verbindung nicht mehr durch Güterzüge befahren. Der Schnellzugverkehr war bereits im Jahr zuvor eingestellt worden. Neu erbaute Eisenbahnbrücken über den Rhein, wie die im Dezember 1874 in Betrieb genommene Eisenbahnbrücke Wesel, waren erheblich leistungsfähiger.

Für den reinen Nahverkehr wurde das Trajekt bis 1912 betrieben. Danach gab es bis 1926 nur noch eine Fährverbindung für den reinen Personenverkehr. Allerdings wurde der linksrheinische Teil der Strecke mit der Griethausener Brücke bis 1945 weiter für Personen- und Güterverkehr benutzt.

Griethausener Brücke

Zum Ende des 2. Weltkriegs nutzte die die britische Armee die vorhandene Bahnstrecke und baute im April/Mai 1945 zur Versorgung der kämpfenden Truppen eine Kriegsbrücke über den Rhein, die aber bereits ab April 1946 nicht mehr befahren wurde und im Oktober 1946 wieder abgebaut war. Einzig in diesem Zeitraum gab es eine durchgehende Verbindung über den Rhein.

Nach dem Krieg wurde der linksrheinische Streckenteil wieder in Betrieb genommen und bis 1960 für den Personenverkehr und danach bis 1983 nur noch für den Güterverkehr zur unmittelbar am Rhein gelegenen Olmühle genutzt. Die Bahnstrecke wurde bis auf die Griethausener Brücke und die anschließende Flutbrücke zurückgebaut. Heute ist die Brücke in Privatbesitz.

Griethausener Brücke und Flutbrücke

Die Flutbrücke besteht aus 20 Feldern mit je 19,20 m lichter Weite. Das gesamte Bauwerk aus Altrheinbrücke und Flutbrücke hat eine Länge von ca. 456 m.

Flutbrücke zwischen Rhein und Griethausener Brücke

Während die Altheinbrücke nur eingleisig ist, wurden die Pfeiler der Flutbrücke bereits für die Aufnahme eines zweiten Gleises ausgelegt, der jedoch nie gebaut wurde.

Flutbrücke zum Rhein bei Griethausen

Die Brücke befindet sich trotz ihres Alters noch in einem bemerkenswert gutem Zustand. Ursache ist das verwendete Puddeleisen, ein damals im sog. Puddelverfahren hergestelltes Schmiedeeisen, ein Stahl, der aber nicht mit dem heute verwendeten Schweißstahl identisch ist. U.a. durch einen relativ hohen Phosphorgehalt hat das Puddeleisen eine hohe Korrosionsbeständigkeit.

Griethausener Brücke
Griethausener Brücke bei Hochwasser
Niedrigwasser an der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf

Niedrigwasser an der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf

Anfang Dezember 2018 hat der Rhein nach der Dürre des Sommers und des Herbstes immer noch einen so niedrigen Wasserstand wie selten zuvor. Das ermöglicht an Stellen zu fotografieren, die normalerweise trockenen Fußes nicht zu erreichen sind und eröffnet ungewohnte Blicke auf den Strom – hier an der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf.

Theodor-Heuss-Brücke Düsseldorf
Theodor-Heuss-Brücke Düsseldorf bei Niedrigwasser

Alle Bilder wurden mit 15 bzw. 24 mm Brennweite aufgenommen.

Blick auf einen Brückenpfeiler der Theodor-Heuss-Brücke

Am Brückenpfeiler ist gut zu erkennen, bis zu welcher Höhe das Wasser ohne Niedrigwasser steht.

Theodor-Heuss-Brücke Düsseldorf
Theodor-Heuss-Brücke Düsseldorf

Bei normalem Wasserstand sind die Steine und der Sand dahinter unterhalb der Wasserlinie.

Sonnenaufgang an der Flughafenbrücke – Minolta MC Rokkor-PF 58 mm 1.4

Sonnenaufgang an der Flughafenbrücke – Minolta MC Rokkor-PF 58 mm 1.4

Das 58 mm 1.4 Minolta MC Rokkor-PF  Objektiv ist ein spezielles Objektiv: offenblendig nicht sehr kontrastreich und auch nicht überragend scharf, aber mit mit einem sehr sanften Bokeh und eigener Farbwiedergabe versehen, kann es  aus heutiger Sicht einen schönen Vintage-Look produzieren. Damit eignet sich das Objektiv in erster Linie für einen besonderen Portrait-Look, aber eben nicht nur dafür.

Auch im Sonnenaufgang kann das Objektiv schöne Bilder erzeugen – hier früh morgens an der Flughafenbrücke Meerbusch-Düsseldorf, die den Rhein überquert.

Sonnenaufgang an der Flughafenbrücke Meerbusch – Düsseldorf
Sonnenaufgang mit dem Minolta MC Rokkor-PF 58 mm 1.4
Lange Schatten durch die tiefstehende Sonne

Herbstfarben mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 Objektiv

Herbstfarben mit dem Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 Objektiv

Die herbstliche Färbung der Blätter bildet wunderschöne harmonische Farbkombinationen. Ein Ausflug in den Wald lohnt sich immer, und das 100er Minolta Macro Rokkor ist ein guter Begleiter für Landschafts- und Nahaufnahmen. Der zum Objektiv gehörende 1:1 Adapter muss nicht dabei sein, denn der Abbildungsmaßstab von max. 1:2 ohne Adapter reicht völlig aus, um die Herbstfarben im Wald einzufangen.

Das Minolta MD Macro Rokkor 100 mm 1:3.5 produziert richtig schöne Farben, ist scharf und kann ein weiches, sehr schönes Bokeh erzeugen. Fokussiert werden muss manuell – diese Variante des Minolta 100 mm Makro-Objektivs wurde Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts auf den Markt gebracht.

Nachts in der Fußgängerzone

Nachts in der Fußgängerzone

Ein Spaziergang nach Sonnenuntergang in der Fußgängerzone – ohne Menschen eigentlich eher langweilig. Aber dennoch lassen sich genügend interessante Motive finden, insbesondere wenn der Blick auf gegenstandslose Fotografie gerichtet ist.

Alle Bilder wurden aus der Hand ohne Stativ aufgenommen. Dazu war es teilweise notwendig den ISO-Wert an der Kamera deutlich hochzusetzen, um akzeptable Belichtungszeiten zu erreichen.

1/60 s / F 4 / ISO 6400
1/100 s / F 4 / ISO 12800 (!) – deutliches, aber nicht störendes Rauschen im Bild
1/80 s / F4 / ISO 200
1/80 s / F 4 / ISO 640
1/125 s / F 4 / ISO 1600
1/125 s / F 4 / ISO 1250
1/125 / F 4 / ISO 320
1/80 s / F 4 / ISO 12800 (!)
1/80 s / F 4 / ISO 640
1/60 s / F 4 / ISO 1600
1/60 s / F 4 / ISO 6400

Kurzer abendlicher Besuch im LaPaDu

Kurzer abendlicher Besuch im LaPaDu

Ein paar Bilder vom kurzem Besuch des Landschaftsparks Duisburg-Nord mit dem seit 1985  stillgelegten Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich, der immer Motive für die Kamera bietet. Die Sonne war schon am untergehen, und so bot sich die Gelegenheit Motive mit Streiflichtern zu finden.

 

abendliche Streiflichter im LaPaDu

 

 

 

 

 

LaPaDu – auf dem Hochofen 5

 

bei den Gebläsehallen

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Minolta Extension Tube II Zwischenringe

Minolta Extension Tube II Zwischenringe

Um ein Objekt größer abzubilden, kann man mit der Kamera und dem Objektiv näher an das Objekt herangehen. Begrenzt wird diese Vorgehensweise durch die Naheinstellgrenze des Objektivs. Der Schärfebereich wird von unendlich näher herangeholt, indem Linsen weiter vom Sensor weg verschoben werden. Bei nicht innenfokussierenden Objektiven verlängert sich das Objektiv sichtbar, je näher scharfgestellt wird. Der maximale Auszug des Objektivs ist also gleichzeitig die Naheinstellgrenze des Objektivs.

Zwischenringe werden zwischen Objektiv und Kamera eingefügt, um genau diesen Abstand zwischen Linsen und Sensor noch weiter zu vergrößern. Die Naheinstellgrenze verringert sich dadurch weiter und der Abbildungsmaßstab des Objekts vergrößert sich. Durch den vergrößerten Auszug kann ein Objektiv mit Zwischenringen allerdings nicht mehr auf unendlich fokussiert werden. Die Zwischenringe eignen sich also ausschließlich für Nahaufnahmen.

Da vorne durch das Objektiv mit oder ohne Zwischenringe immer die gleiche Menge Licht einfällt, mit Zwischenringen aber der Abbildungsmaßstab vergrößert wird – also nur ein kleinerer Bildausschnitt auf den Sensor trifft – wird der Sensor mit Zwischenringen von weniger Licht getroffen als ohne. Zwischenringe führen also zu einer Belichtungsverlängerung, die aber mit modernen Kameras relativ problemlos durch eine längere Verschlusszeit, mehr ISO oder größere Blendenöffnung ausgeglichen werden kann.

Zu berücksichtigen ist im Einzelfall auch, daß das Objektiv nicht für die mit den Zwischenringen mögliche Naheinstellgrenze berechnet ist und dadurch die Abbildungsqualität des Objektivs deutlich sinken kann. Bei den von mir verwendeten alten Minolta-Objektiven habe ich aber noch keine dramatischen Einbrüche feststellen können.

Auf der Plus-Seite stehen dafür:

  • Zwischenringe sind einfache Ringe ohne jegliche Optik – also preiswert
  • Zwischenringe sind leicht und kosten nicht viel Platz
  • Zwischenringe ermöglichen einen deutlich größeren Abbildungsmaßstab
  • Zwischenringe können in vielen Fällen den Kauf eines Makroobjektivs ersetzen

Minolta hatte für ihre analogen SR(T)-Kameras mit SR-Bajonett-Objektivanschluss drei verschiedene Zwischenringsätze im Programm:

  • Extension Tube Set for Minolta SR
  • Extension Tube II for Minolta SR
  • MC Auto Extension Tube Set

Die beiden ersteren bestehen jeweils aus 5 Elementen, die miteinander über Schraubgewinde verbunden werden, keinerlei Einstellungen übertragen, und sich nur durch unterschiedliche Längen der Ringe unterscheiden. Beim MC Auto Extension Tube Set werden die Elemente über Bajonett verbunden, da hier Objektiveinstellungen übertragen werden (MC = meter coupling, zur Belichtungsmessung durch das Objektiv).

Ich besitze den hier vorgestellten Zwischenringsatz Extension Tube II, für ein paar Euro gebraucht noch mit Originalkarton gekauft. Das Extension Tube II Set wurde vermutlich Ende der 60er bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts von Minolta produziert. Meine Ausgabe sieht noch wie neu aus und hat wahrscheinlich Jahrzehnte unbenutzt in der Verpackung gelagert. Allerdings zusammengeschraubt, so dass die Ringe nur schwer wieder zu lösen waren. Daher ein kleiner Tipp: Zwischenringe auseinandergeschraubt lagern.

In einem aus späterer Zeit stammenden Minolta „Handbuch für Standard-Objektive“ habe ich folgenden Hinweis gefunden: „Ebenso lassen sich MD-Objektive nicht an älteren Zwischenringsätzen II verwenden, weil zwischen der MD-Kupplung und dem EL-Ring zu wenig Spielraum ist. Es ist jedoch möglich, den EL-Ring beim Minolta Service umzutauschen, damit die MD-Objektive auch an den Zwischenringsatz II passen“. Vielleicht hat mein Satz einen solchen getauschten EL-Ring – an den mir zur Verfügung stehenden Minolta MD-Objektiven gibt es jedenfalls keine Probleme.

Das Extension Tube II Set besteht aus insgesamt 5 Ringen. Der erste Ring ist der EB Ring (Extension Body Ring), der auf den Objektivanschluss der Kamera mit SR-Bajonett montiert wird. Auf der anderen Seite befindet sich ein Gewinde, auf das die weiteren Ringe geschraubt werden können. Zuletzt muß immer der EL Ring (Extension Lens Ring) aufgeschraubt werden, an den dann das Objektiv mit SR-Bajonett gesetzt wird.

 

von links nach rechts: EB Ring – Ring No. 1 – Ring No. 2 – Ring No. 3 – EL Ring

(für größere Darstellung auf das Bild klicken)

Das Minolta Extension Tube II Set besteht also aus diesen Ringen:

  • EB Ring (Extension Body Ring)
  • Ring No. 1 (7 mm Länge)
  • Ring No. 2 (14 mm Länge)
  • Ring No. 3 (28 mm Länge)
  • EL Ring (Extension Lens Ring)

Die kleinste Verlängerung ergibt sich mit 6 mm, wenn nur EB Ring und EL Ring verwendet werden. Bei Verwendung mit z.B. einem Minolta MC Rokkor 55 mm f/1.7 erhält man dann statt des Abbildungsmaßstabes 1 : 7.5 des Objektivs den neuen Abbildungsmaßstab von ca. 1 : 4 (bei Fokussierung auf Naheinstellgrenze).

Bei Verwendung von allen 5 Ringen wird die maximale Verlängerung von 55 mm erreicht. Beim Minolta MC Rokkor 55 mm f/1.7 bedeutet das einen neuen Abbildungsmaßstab von ca. 1 : 0,9 (bei Fokussierung auf Naheinstellgrenze), also sogar ganz leicht besser als 1 : 1. Es sind dann also Makro- und nicht nur Nahaufnahmen möglich.

Mit allen anderen möglichen Kombinationen der einzelnen Ringe können Abbildungsmaßstäbe zwischen diesen Werten erreicht werden.

Bei Objektiven mit längeren Brennweiten als 50 – 58 mm wird mit dem Extension Tube II Set brennweitenabhängig nur deutlich weniger als 1 : 1 erreicht, so dass Nahaufnahmen möglich sind, aber nicht mehr von Makrofotografie gesprochen werden kann.