Bermel 707

Mit der Bestellung von 4 Boeing 707-430 begann für die Lufthansa 1956/57 das Jet-Zeitalter. Die Flugzeuge wurden 1960 ausgeliefert und im selben Jahr taufte Berlins regierender Oberbürgermeister Willi Brandt die zweite Maschine mit der Registrierung D-ABOC auf den Namen „Berlin“. Die D-ABOC war anschließend bis 1977 bei Lufthansa im Einsatz.

Zu Werbezwecken wurden Reisebüros von den Fluggesellschaften gerne besondere „Reisebüromodelle“ der neusten Flugzeuge zur Verfügung gestellt. So auch von Lufthansa zum Start in das Jet-Zeitalter.

Motiv für die Bildserie ist das von der Metallgießerei Walter Bermel aus Düsseldorf im Maßstab 1:100 hergestellte Reisebüromodell der damals neuen Lufthansa Boeing 707 D-ABOC. Das Modell wurde irgendwann zwischen Bestellung und Auslieferung der 4 Boeing 707-430 hergestellt und hat das Original bereits um einige Jahrzehnte überlebt.

Die Modelle der D-ABOC sind die einzigen von Walter Bermel heute bekannten Flugzeugmodelle. Die Bezeichnung „Metallgießerei“ deutet darauf hin, dass die Herstellung von Flugzeugmodellen nicht das eigentliche Geschäftsziel der Firma war.

Auch zeichnen sich alle Bermel D-ABOC Flugzeugmodelle durch eine eher grobe Detaillierung aus. Insbesondere die charakteristischen Rolls-Royce Conway Triebwerke zeigen bei praktisch allen Exemplaren sichtbare Nachbearbeitungsspuren. Die Triebwerksaufhängungen sind auf den zum Flugzeugrumpf gewandten Seiten völlig unrealistisch nachgebildet worden. Andere Hersteller fertigten erheblich detailgenauer als Bermel.

Aber gerade diese grobe Herstellung macht den charakteristischen und einmaligen Charme dieser historischen Reisebüro-Flugzeugmodelle aus. Die Aufgabe war deshalb auch, genau diese Eigenschaft in den Fotos herauszustellen.